Eure Hilfe wird gebraucht!
Liebe T2-Freunde,
mein Name ist Nicolas Hüdepohl, ich bin 20 Jahre alt und möchte euch auf der Suche nach Unterstützern ein etwas anderes T2-Projekt vorstellen. Nach meinem Abitur im vergangenen Sommer hat mich mein Weg nach Lima, der Hauptstadt von Peru, geführt, um hier ein Jahr lang einen Freiwilligendienst zu absolvieren.
Mittlerweile sind zwei Drittel dieser Zeit vergangen und ich habe viel ausprobiert, hier und da wem geholfen, aber vor allem viel gelernt. Ich habe mit meinem Chef und Freund Francisco Condori und meiner Mitfreiwilligen Anna gemeinsam ein Jugendzentrum geöffnet, in dem wir jetzt Hausaufgabenhilfe, Bücher und Spiele wie in einer kleinen Bibliothek, verschiedene Arbeitsgruppen und Lese- und Kinoabende anbieten. Jede Woche kommen ein paar Kinder mehr und langsam entsteht so etwas wie Identifikation mit unserer „la caja“ (=„die kiste“).
Wir befinden uns mit unserer Arbeit, die wir mittelfristig auch noch auf ein zweites in der Planungsphase befindliches Jugendzentrum ausweiten wollen, weit im Süden der Stadt. Lima ist gigantisch, Zeichen florierender peruanischer Wirtschaft und eine Art Tor zur Welt, aber ist ganz extrem auch Raum für absolute Marginalgesellschaften, die sich in den vergangenen Jahrzehnten an den Stadtgrenzen in slumähnlichen Ansiedlungen auf der Suche nach neuen Chancen niedergelassen haben. Um das abzukürzen, worüber ich viele Seiten schreiben könnte, sei gesagt, dass hier viele arme Familien leben, zum Teil ohne Abwassersystem und Postadresse. Die staatlichen Schulen sind in vielen Fällen schlecht und die wenigstens Eltern können sich trotz 72-Stunden -Woche die Gebühren der Privatschulen leisten. So empfinden wir es als unsere Aufgabe, ein nachhaltiges und diverses Bildungs- und Freizeitangebot zu bieten. Jedes Jahr kommen neue Freiwillige, wir sind eine Organisation des Weltwärts-Programmes. Bald sollen auch Freiwillige aus anderen Nationen eingeladen werden, um den Kulturaustausch noch bunter zu gestalten. Ferner wollen wir auch lokale Lehrkräfte in die Arbeit integrieren, um beispielsweise handwerkliche Workshops zu bieten.
Neben der Arbeit im Zentrum haben wir uns immer vorgestellt, die Kinder und Jugendliche ein bisschen aus ihrer kleinen Welt auf Ausflüge zu entführen, uns fehlte aber der Fahrbare Untersatz. Vor einigen Monaten habe ich dann einen zum Verkauf stehenden T2ab gesehen und die Idee hat mich neu ergriffen. Da ich außerdem mit dem Gedanken an eine mehrmonatige Reise auf eigenen Achsen gespielt habe, machte ich mich also mit Francisco auf die Suche nach einem günstigen VW-Bus. Bald haben wir einen T2a (die ich aus der kompletten Baureihe immer am schönsten fand) von 1969 gefunden und ich habe ihn gekauft. Mit einer Leihgabe meiner Mutter und eigenen Ersparnissen habe ich ganz optimistisch begonnen, viele Reparaturen anzugehen. Das Auto, das schnell den Namen „la ballena“ (=„die walin“) bekommen hat, war in wirklich nicht so gutem Zustand.
In der vergangenen Zeit habe ich etwa 2000 Euro investiert. Angesichts der erledigten Arbeiten wie der großen kompletten Motorreparatur mit originalen Neuteilen (dank der brasilienischen Produktion), Ersatz von großen Teilen des Bremssystems und Fahrwerks, allerlei Elektrikarbeiten und weiteren Kleinkrams ist das natürlich unglaublich wenig. Für mich als Freiwilligen allerdings alles, was ich aufbringen konnte. Zugegebenermaßen habe ich vorher nicht sehr scharf kalkuliert.
Nun sind mir also leider die Mittel ausgegangen und der einzige Weg, das Auto fertigzustellen und für die Arbeit nutzbar zu machen, ist Unterstützung von außen. Ich suche also Bullifreunde, die sich an der Wiederbelebung unserer Ballena beteiligen und so Ausflüge mit den sonst ziemlich möglichkeitslosen Kindern und Jugendlichen ermöglichen wollen. Ob an den Strand oder den Fluss, ins Museum oder Theater, jeder Ausbruch aus dem beschränkten Alltag ist ein großes Abenteuer.
Angesichts der niedrigen Reparaturkosten sind schon kleine Summen eine große große Hilfe. Im September endet mein Freiwilligendienst. Bis dahin würde ich den Bulli gerne soweit fertigstellen.
Für fast alle schon getätigten Ausgaben habe ich Quittungen und auch weiterhin werde ich mich um gute Dokumentation kümmern. Für alle, die am Spenden interessiert sind, gibt es zwei Möglichkeiten: die direkte Spende auf mein Konto oder die Spende an meine deutsche Entsendeorganisation, die mir das Geld dann weiterleitet. Die erste Variante hat den Vorteil, dass das Geld sofort hier ist und viel Bürokratie gespart wird. Die zweite Variante bietet euch aber die Möglichkeit, am Kalendarjahresende eine Spendenquittung ausgestellt zu bekommen, die dann ja bei der Steuerabrechnung von Vorteil ist.
Auf jeden Fall werde ich, solange mir das möglich sein wird, Neuigkeiten vom Projekt sowie Fotos von den Ausflügen sammeln, damit Spender ganz unmittelbar sehen können, wohin ihr Geld geflossen ist.
Es würde mich sehr freuen, wenn sich Unterstützer finden. Dieses Bulli-Projekt hat als privates begonnen, der Plan, das Auto nach meiner Reise wieder zu verkaufen, ist jedoch gänzlich verflogen, denn ich möchte die Ballena langfristig für die Arbeit hier lassen. So ist es also nicht mehr mein Bus, sondern mehr der Bus der Arbeit und mit euren Spenden auch ein bisschen eurer.
Ich wünsche mir sehr, mit jedem potenziellen Spender ein paar Worte zu wechseln, damit ihr wisst, woran ihr seid. Ich bin primär per Email zu erreichen, außerdem auch über skype und Facebook.
Vielen Dank an alle, die sich in irgendeiner Form mit diesem Projekt verbunden fühlen und Tausend Dank an alle zukünftigen Unterstützer!
Liebe Grüße von der Ballena (die morgen unters Messer kommt, um in der Bauchgegend wieder ein bisschen geschmeidiger zu werden…)
Nicolas
Kontaktmöglichkeiten
E-Mail: n.huedepohl@
web.de
Facebook: Profil des Jugendcentrums
Skype-Benutzer: nclswntsmr
Weiterführende Links
Weltwärts-Programme: http://www.weltwaerts.de/
Entsendeorganisation: http://www.via-ev.org/
Einsatzorganisation (peruanische Seite): http://asode.org/








